Jagdschule Thamsen — Jagdausbildung und Jägerprüfungen in Sachsen und Hamburg

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Das alte Jagdschloss
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Erfahrungsbericht – mein Lehrgang
in der Jagdschule Thamsen

von Thomas Zwack, Berlin im Februar 2011

Vor wenigen Jahren durfte ich erstmals einen sehr guten Freund zur Jagd begleiten. Bis dahin hat sich meine Begegnung mit Wildtieren im Wesentlichen auf Zoobesuche beschränkt, Laub- und Nadelbäume zu unterscheiden war gerade noch machbar, aber das war in etwa schon meine Vorbildung. Im Spätsommer 2008 saßen wir nun endlich auf einem Ansitz und blickten auf eine Lichtung. Eine Stunde, zwei Stunden – es wurde kaum geredet. An diesem lauen Sommerabend konnten wir zahlreiche Wildtierarten beobachten, einen Rehbock mit seiner Ricke, eine Rotte Schwarzwild sowie Dachs und Fuchs. Später wurden mir noch einige jagdliche Einrichtungen (Fallen, Salzlecken) gezeigt und wir pirschten uns durchs Unterholz zurück zum Auto. Dieser eine Abend war eines meiner eindrucksvollsten Erlebnisse in den vergangenen Jahren. Ab diesem Zeitpunkt war mir klar, ich möchte mehr über die heimische Natur und die Jagd erfahren, ich möchte ebenfalls Jäger werden.

So richtig klar war mir eigentlich nicht, was mich nun in den kommenden Monaten erwarten würde. Kann ich auch ohne Vorbildung den Jagdschein erwerben? Wie finde ich die richtige Jagdschule? Ist diese Ausbildung mit meiner knappen Freizeit vereinbar? Der Markt an privaten Jagdschulen und den Kreisjägerschaften war für mich anfänglich kaum zu durchschauen. Ich verbrachte mehrere Abende vor dem Internet und suchte nach einer geeigneten Schule. Sehr schnell kristallisierte sich die Jagdschule Thamsen als Favorit heraus, denn ich suchte nach einer kleinen aber feinen Ausbildungsstätte inmitten eines exzellenten Hochwildreviers. In nur einem Telefonat mit Frau Thamsen wurden meine letzten Bedenken sehr kompetent und überaus freundlich zerstreut. Ich meldete mich also an.

Am Ende der Ausbildung und mit dem Jagdschein in der Tasche, kann man eigentlich nur folgendes festhalten:

  1. In der Jagdschule Thamsen arbeitet der Chef noch persönlich - und er weiß als Berufsjäger wirklich, wovon er spricht! Die Beispiele sind anschaulich und es wird mit modernsten Medien gearbeitet. Auch die weiteren Ausbilder sind wirklich alle vom Fach, denn sie sprechen aus der täglichen Praxis!
  2. Jäger wird nur, wer gleichzeitig ein bisschen Wildbiologe, Naturschützer, Förster, Jurist, Büchsenmacher, Hundeführer und Tierarzt ist. In der Jagdschule Thamsen werden diese Themenschwerpunkte so intelligent zusammengestellt, dass weder Langeweile noch Überforderung aufkommt. Wer möchte, kann sogar das das Aufbrechen von Wild am erlegten Stück proben.
  3. Beim Schießen mit Büchse (Kugel) und Flinte (Schrot) wird so lange geübt, bis es passt. Das Gute daran: Die Munition ist bereits im Schulungspreis inbegriffen und man erlebt am Ende des Kurses keine bösen finanziellen Überraschungen. Man darf nicht vergessen, dass ein Großteil der Prüflinge gerade bei der Schiessprüfung durchfällt. Nicht so bei Thamsen.
  4. Das für die Prüfung notwendige Wissen wird perfekt vermittelt. Aber dieses Wissen ist nur ein Teil der Geschichte: Fühle ich mich auch fit, wenn ich als Jungjäger alleine auf Feld und Flur stehe? Auf jeden Fall! Und im Notfall hilft einfach ein Anruf bei Herrn Thamsen – auch nach der Ausbildung.
  5. Die mündliche Prüfung ist in der Tat anspruchsvoll. In meiner Prüfungsgruppe waren auch Jagdschüler anderer Jagdschulen. Nach kurzer Zeit kam der Kommentar der Prüfer: "Sagen Sie mal, Herr Zwack, waren Sie eigentlich auch in der selben Jagdschule, wie die Herren neben ihnen?" "Nein!" "Na, jetzt wird uns so einiges klar!". Und in der Tat: Eine bessere Vorbereitung hätte ich mir kaum vorstellen können. Es gab keine Frage in der mündlichen Prüfung, die ich im Vorfeld nicht schon einmal beantworten musste.
  6. Die gesamte Umgebung war eine wertvolle Unterstützung beim Lernen: eine wunderbare Landschaft in der ich mich bei dem und nach dem Lernen entspannen konnte, das großartige Lehrrevier in der wir die praktischen Unterrichte bekamen und das stilvolle Jagdschloss in dem die Innen-Unterrichte stattfanden - so macht lernen Spaß.
  7. Jäger sein heißt nicht nur Jagen! Jäger sein heißt z.B. auch Hege und Naturschutz. Und Jäger sein bedeutet Leidenschaft und Passion. Und diese wird an der Jagdschule gelebt - täglich!

Die Ausbildung war eine spannende und überaus lehrreiche Zeit. Das Erlernen des Prüfungsstoffs ist teilweise harte Arbeit, aber für unsere Gruppe, bestehend aus Unternehmern, Hausfrauen, Schülern, Angestellten und Rentnern war die Menge des Lernstoffs doch zu beherrschen - wir haben alle bestanden und gehören als staatlich geprüfter Jäger nun seit 2009 zu den 0,4 % der Bevölkerung (in Deutschland gibt es ca. 350.000 Jäger), denen man vertraut und zutraut, dass sie auf Grund ihrer exzellenten Ausbildung und der damit verbundenen fachlichen Kompetenz sowie ihrer Passion zur Natur, die Jagd fachgerecht und verantwortungsvoll ausüben. Waidgerecht eben...


Waidmannsheil!

Thomas Zwack, 42, verheiratet, Unternehmer